Presse zur Orchesterkaraoke 2007

Ausschnitte aus den Medien zum OrchesterKaraoke-Konzert
im Rahmen der Veranstaltung "Besetzungsorgie" am 28.9.2007 auf Kampnagel:

dpa-Pressemeldung, 29.9.2007:

(veröffentlicht u.a. in der Schwäbischen Zeitung, der Augsburger Allgemeinen und der Mainpost)
...Für ausgelassene Stimmung sorgten die Jungen Symphoniker Hamburg mit ihrem Orchesterkaraoke in der
vollbesetzten Halle 6. Der ganze Saal sang mit, als die Musiker «Feel» von Robbie Williams oder «New York,
New York» von Frank Sinatra anstimmten. «Ein bisschen beängstigend hier oben», meinte einer der Freiwilligen,
als er auf die Bühne ging. Aber das Lampenfieber war schnell verflogen, als stürmischer Beifall losbrach,
und spätestens bei «Bridge Over Troubled Water» von Simon & Garfunkel lagen sich die Zuschauer in den Armen...

Kieler Nachrichten, 4.10.2007: (Link zum Artikel)
...Als Stimmungskanone des Abends erwies sich das Orchesterkaraoke. Matthias von Hartz arrangierte
das Spontansingen mit 63 Musikern des Landesjugendorchesters und der Jungen Symphoniker Hamburg. Die kleinen Pannen
der lebenden Karaoke-Maschine mit unsicher stockendem Zeigefinger über den Textzeilen auf den beiden Screens
sorgte ebenso für Vergnügen wie das Background-Singen des Publikumschors in der brechend vollen großen Halle K6...

Frankfurter Rundschau, 5.10.2007: (Link zu FR-online)
...Dann doch lieber gleich die ganz derben Russland-Klischees: "Moskau, Moskau, wirf die Gläser
an die Wand, Russland ist ein schönes Land, ho, ho, ho, ho, ho" - das singen zwei Stunden später
ein paar hundert gutgelaunte Menschen, begleitet vom Landesjugendorchester und den Jungen Symphonikern Hamburg.
"Orchesterkaraoke" heißt die Veranstaltung, die sich der Theatermacher Matthias von Hartz ausgedacht hat,
von Deuflhard als Kurator des Kampnagel-Sommerfestivals eingesetzt. Mit dem großen Klassik-Sound im Rücken
trauen sich nach und nach immer mehr junge Menschen, vor allem Männer, auf die Bühne und singen Hits von
"My way" bis "17 Jahr blondes Haar" - nicht alle haben Angst vor dem Ruhm -, bis der ganze Saal Dschinghis Khan grölt.
Ein echter Musicflash...

Hamburger Abendblatt, 1.10.2007: (Link zum Artikel)
...Oder sich für deren künftigen Chor beim Orchesterkaraoke mit den Jungen Symphonikern einsingen.
Matthias von Hartz gelang damit der Stimmungshöhepunkt des Abends:
Richtig gestürmt wurde die große Halle 6 und platzte aus allen Nähten vor Sangeslustigen...

Die Welt, 30.9.2007: (Link zum Artikel)
...Die Grenze zwischen Avantgarde und selbstverliebter Spaßkultur schien an diesem Abend oft durchlässig.
Das einzige Großereignis, Matthias von Hartz' Orchesterkaraoke in der überfüllten Halle K6,
wurde allerdings zum gelungenen Vergnügen. Anschließend hätte die Party richtig losgehen können...

taz, 1.10.2007: (Link zum Artikel)
...Der Auftrag, freie, experimentierfreudige Kunst zu zeigen, beißt sich mit den Kampnagel-Hallen,
von denen allein die große je nach Bestuhlung 800 bis 1.200 Zuschauern Platz bietet,
der nur mit einem besonderen Programm zu füllen ist. Doch auch dieser Raum wurde zum Auftakt
erfolgreich eingenommen. Genau dort blieben bis kurz vor Mitternacht hunderte von Besuchern
beim "Orchester-Karaoke" kleben. Lieder von Madonna bis zu den Beatles mit großer Orchesterbegleitung,
aber szenischer Clubatmosphäre nachzusingen wirkte hier wie ein todsicheres Format.
Überraschenderweise eine echte Neuerfindung, die von einem angereisten Stadttheater-Intendanten
sofort fürs eigene Haus angefragt wurde...

Hamburger Morgenpost, 1.10.2007: (Link zum Artikel)
...Irgendwann landet jeder beim Orchester-Karaoke, wo die Kandidaten unbezahlt kreischen dürfen und manchmal,
zwischen "New York, New York" und "Ruby Tuesday", sogar den richtigen Ton treffen...

2. Orchesterkaraoke-Veranstaltung am 1.2.2008 in Berlin (mit dem RIAS-Jugendorchester):
FAZ (Sonntagszeitung), 3.2.2008:
...Zur Auflockerung sang zu Beginn der ganze Saal einmal "Ruby Tuesday". Danach hatte die Masseneuphorie
schon ihren ersten Höhepunkt erreicht, der im weiteren Verlauf von diversen weiteren Höhepunkten
übertroffen wurde, die sich in großem Jubel und Applaussalven entluden, sobald jemand bewies,
dass er einigermaßen singen kann. Völlig losgelöst sang man also im Chor Peter Schilling und als Zugabe
"Moskau" von Dschinghis Khan und fühlte sich dann auch ein bisschen nach Gläser-an-die-Wand-Werfen...

Spiegel-Online, 2.2.2008: (Link zum Artikel)
...Twens, die Dieter Bohlen und das ganze Superstar-Konzept um nochmal hundert Jahre älter aussehen
lassen würden, als sie ohnehin schon wirken, geben sich mit prominenten Kulturschaffenden wie der
Hamburger Kampnagel-Chefin Amelie Deuflhard (die hinreißend "Siebzehn Jahr, blondes Haar" schmettert)
das Mikro in die Hand und haben selbst die hartgesottensten Mitmachtheaterverweigerer unter den
Hochkulturkonsumenten nach einer Viertelstunde zu kollektivem Mitsingen und --Klatschen animiert.
Selten war der Befund, der Saal koche, so angebracht. Und selten verließ man ein Theater
so uneingeschränkt gut gelaunt...

Deutschlandradio Kultur, 3.2.08: (Link zum Artikel)
"Party im Theaterkombinat": ...Das gesamte Theaterpublikum singt Karaoke in Begleitung eines großen
Sinfonieorchesters, das auf der Bühne des Hebbeltheaters neben anderen Songs "Ruby Tuesday" spielt.
Eine in Theatern seltene Fêtenstimmung, irgendwo zwischen Fußball und Gottesdienst...

Frankfurter Rundschau, 4.2.08, (Link zu FR-online)
...Musikalisch ging es weiter, und zwar mit Orchester Karaoke, einer Idee von Matthias von Hartz und einem
Angebot des RIAS Jugendorchesters unter der Leitung von Jan Dvorak, Leute aus dem Publikum beim Singen von
"Hey Jude" oder "Like a Virgin" zu begleiten.
Die Moderatoren waren gewappnet die Leute mit Engelszungen aufs Podium hinaufzureden, aber der Ansturm war im
Gegenteil immens. Ohne Scheu und ohne falsche Coolness wurde inbrünstig gesungen, und das Publikum, in dem sich
repräsentatives Berlin und Kulturberlin inzwischen gut gemischt hatte, sang immer lauter mit.
Ein Wir-Gefühl schwappte bis in den zweiten Rang...

Berliner Zeitung, 4.2.08: (Link zum Artikel)
So herrlich kann Theater sein. Als am Sonnabend um 0.30 Uhr die ersten Zuschauer aus dem brodelnden Hebbel
Theater auf die Straße treten, will kaum jemand diesen Ort verlassen, der soeben noch aus mehr als 800
Einzelkämpfern einen singenden, swingenden Klangkörper geschmolzen hat. Man drückte sich zurück an das
Gemäuer, als wäre es ein wahrheitsliebender Mitmensch, der eben noch den Beatlesong "to make it better"
mitgesummt hat. Und kaum mehr war es vorstellbar, dass das Leben hier draußen so viel schwerer funktionieren
sollte, als drinnen besungen.
...Während das famose Rias-Jugendorchester auf der Bühne den Stones-Klassiker "Ruby Tuesday" in Klang-Tüll einhüllte,
tauchten über den Musikern die Textzeilen auf einer Großleinwand auf, deren zu singende Wortfolge ein mitprojizierter
Zeigefinger im Takt nachzog. Und genau in diesen Milieu-Kontrasten lag der herrliche Trick des Abends: Zwischen dem
professionellen Pathos der Musik, der pädagogischen Textdemo und den unberechenbaren Sangesdarstellungen aus dem
Publikum stießen die verschiedensten Absichten, Träume und Kunstauffassungen gegeneinander und brachten sich erst
dadurch ans Licht. Den großen Gefühlen, die das Orchester aufbauschte, stand ebenso groß der losgelöste Text gegenüber,
der plötzlich ungeahnte Bedeutung erhielt: "Not sure I understand, this role, that me givin" hieß es bei Robbie Williams
und als schließlich ein Zuschauer Peter Schillings "Völlig losgelöst von der Erde" schmetterte, hielt es das Off-Theater-
Publikum nicht mehr auf den Plätzen.

Märkische Allgemeine, 6.2.08: (Link zum Artikel)
Auf der Bühne hatte das 80-köpfige Rias-Jugendorchester Platz genommen, um Ohrwürmer wie „Hey Jude“ (Beatles) oder
„Völlig losgelöst“ (Major Tom) zu intonieren. Für ein Karaoke-Singen ein ungewöhnlicher Aufwand! Das eher intellektuelle
Publikum um die 45 geriet bei den Darbietungen aus seiner Mitte außer Rand und Band. Vorbei die Zeit, als das Pathos der
Originale durch Punk (80er) oder durch Ironie (90er Jahre) gebrochen wurde.

 

 

Letzte Aktualisierung: 28.07.2011