Camille Saint-Saëns (1835 – 1921)

Charles Camille Saint-Saëns wurde am 9. Oktober 1835 in Paris geboren. Sein musikalisches Talent wurde schon früh von seiner Mutter und seiner Großtante gefördert. Im Alter von sechs Jahren schrieb er erste Kompositionen, mit elf Jahren gab er sein erstes öffentliches Konzert in der Salle Pleyel in Paris.

Von manchen Zeitgenossen wurde er als neuer Mozart gehandelt. Mit 3 Jahren konnte er lesen, mit 16 war er bereits Student an der Universität in Paris. Am Pariser Konservatorium studierte er Klavier bei Camille Stamaty, Orgel bei François Benoist und Komposition bei Jacques Fromental Halévy.

In den Jahren von 1852-1877 war er als Organist in verschiedenen Pariser Kirchen tätig. Von 1861 bis 1865 lehrte er an der École Niedermeyer de Paris Klavier, wo auch Gabriel Fauré zu seinen Schülern gehörte. Nach dem deutsch-französischen Krieg machte er sich 1871 für eine nationale französische Musik stark und gründete gemeinsam mit César Franck die Société Nationale de Musique.

 In der Folgezeit unternahm er zahlreiche Kunstreisen und wirkte nicht nur als Komponist und Pianist, sondern auch als Autor von Aufsätzen zu musikalischen Themen.

Sein bekanntestes Werk ist wahrscheinlich „Der Karneval der Tiere“, der in besonderem Maße seine Gabe zeigt, durch die Musik zu sprechen und zu beschreiben. Wie der Untertitel der Suite Algérienne,  „Malerische Impressionen einer Reise nach Algerien“ vermuten lässt, handelt es sich auch hier um ein musikalisches Bild. Die vier Sätze benötigen nur eine kurze Beschreibung um ihre Bedeutung zu vermitteln.

 

Die Suite algeriénne

Es beginnt mit dem Vorspiel „Ansicht von Algier“. Die charakteristische Wellenbewegung der Musik zeigt das Meer. Ein Schiff nähert sich dem Hafen und immer wieder kommt das malerische Bild Algiers zum Vorschein.

Der zweite Satz trägt den Titel „Maurische Rhapsodie“. Die Rhapsodie, ursprünglich ein Gedicht griechischer Wandersänger, bezeichnet hier ein Stück ohne bestimmte musikalische Form mit lose verbundenen Themen. Der Satz teilt sich in drei Teile. Der erste, spielerisch und brillant. Der zweite orientalisch anmutend und der dritte geprägt von der traumhaften Kombination verschiedener Instrumente und von bizarren Effekten.

Den dritten Satz bildet das ruhige, romantische Nocturne „Ein Abendtraum bei Blidah“, einer Festung in der Nähe von Algier.

Der vierte Satz erinnert an einen französischen Militärmarsch und macht den Patriotismus des Komponisten und seine Freude beim Anblick der französischen Garnison deutlich.

 

Letzte Aktualisierung: 8.08.2010